Topgolf zieht die Menschen an

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Wir lieben Oberhausen

September 2022




 

Neue Anlage für Golfabschläge gegenüber vom Centro ist seit Ende Januar in Betrieb. Investor David Speiser spricht über die ersten Monate




Hier fliegen die Bälle durch die Luft: Die neue Anlage von Topgolf aus der Vogelperspektive

Foto: HANS BLOSSEY/ BLOSSEY.EU


Bälle fliegen auf den grünen Rasen, Golfschläger schwingen durch die Luft, Mitarbeiter laufen mit Getränken und Essen umher: Bei Topgolf, der neuen Freizeitanlage für Golfabschläge auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände, ist viel los. Seit Ende Januar 2022 stehen hier jeweils bis zu sechs Personen an den 102 Abschlagstellen, die vom Unternehmen

„Bays“ genannt werden, und versuchen möglichst weit zu schlagen oder bestimmte Ziele auf dem 20.000 Quadratmeter großen Spielfeld zu treffen.


Dahinter gibt es auf drei Ebenen drei Bars inklusive Restaurant, in denen man auf mehreren TV-Bild-schirmen aktuelle Sportevents verfolgen kann. Das Highlight ist ein 34 Quadratmeter großer Bildschirm. Rund 50 Millionen Euro hat die Anlage gekostet.


„Wir sind sehr zufrieden mit der bisherigen Entwicklung. Man darf nicht vergessen, dass wir noch mitten in der Corona-Pandemie eröffnet haben, aber die ersten Monate haben unsere Erwartungen erfüllt“, sagt Investor David Speiser. Er ist Geschäftsführer und Gründer der Firma Greenreb, die offizieller Lizenznehmer von Topgolf ist und das Freizeiterlebnis nach Europa gebracht hat. Oberhausen ist der erste Standort auf Europas Festland, ansonsten gibt es bislang nur noch Anlagen in England.


„Wir verzeichnen bislang zwischen 8.000 und 10.000 Gäste pro Woche, das ist ein erfolgreicher Start. Darin sind nicht mal die Personen enthalten, die nur die Gastronomie besuchen und sich die Sportevents anschauen“, berichtet Speiser. „Das Feedback der Besucher ist sehr gut, auch die Bewertungen, beispielsweise bei Facebook, sind hervorragend.“ Hier werden im Schnitt 4,9 von 5 Punkten vergeben.


„Besonders ist außerdem, dass viele von außerhalb anreisen. Durch den Standort am Centro haben wir sowieso schon ein großes Einzugsgebiet“, freut sich der Greenreb-Chef. „Mit dem Standort haben wir eine absolut gute Wahl getroffen – die Gästefrequenz bestätigt uns darin, da durch die gute Verkehrsanbindung und den Ballungsraum Ruhrgebiet viele uns schnell erreichen können.“ Außerdem lobt er die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung im Vorfeld des Baus – hier habe man dem Investor stets geholfen, das Projekt umzusetzen.


Auf die Frage, welche Dinge die Besucher am meisten an Topgolf in Oberhausen schätzen würden, gibt Speiser drei Punkte an. „Zum einen nennen unsere Gäste die Anlage mit ihrer Größe, Architektur und der beeindruckenden Kulisse mit den vielen Lichtern, wenn es dunkel ist. Da posten auch sehr viele Leute dann Bilder bei Instagram und Co.“, zählt der Geschäftsführer auf. „Die anderen wesentlichen Punkte sind das allgemeine Erlebnis mit leichter, sportlicher Betätigung in Zusammenhang mit sozialer Interaktion mit der Familie oder Freunden. Dazu kommt dann noch das gemein-same Erlebnis, bei Musik, Getränken und Essen eine schöne Zeit zu verbringen.“


Um den Gästen etwas bieten zu können – neben dem allgemeinen Spielen – bietet Topgolf auch eine Reihe von Aktionen und Promotions an. „Wir haben unser Grundprodukt, allerdings versuchen wir auch laufend, den Leuten etwas Neues zu bieten“, sagt Speiser. „Zudem haben wir geschaut, welche Getränke gut ankommen und welche nicht, dazu haben wir kürzlich unser Gastroangebot und unsere Menükarte angepasst.“


Zusätzliche Angebote, die Spieler anlocken sollen, sind die „Monday Night League“, eine Art Wettbewerb, beider Teams gegen andere Mannschaften antreten und als Sieger Preise erhalten. Weitere Aktionen sind der „BBQ Sunday“ mit einem wechselnden Grillbuffet an Sonntagen und die „Girls Night out“ für Frauengruppen, jeweils am Mittwoch. Weitere Aktionen sind in Planung.


Ein wesentlicher Teil der Werbung von Topgolf kommt auch durch Social Media zustande. Unzählige Fotos und Videos werden von Nutzern beispielsweise bei Instagram, aber auch TikTok und Facebook geteilt und verbreitet. Dadurch wird die Freizeitanlage noch bekannter – auch bei Promis und Influencern, von denen auch schon einige zu Gast waren.


Dazu Speiser: „Wir bezahlen keine Prominenten oder Influencer für ihren Besuch oder ihre Posts. Wir versuchen nur, ihnen, wie allen anderen Gästen, ein angenehmes Erlebnis bei uns zu bieten. Wenn jemand es wünscht, kann er beispielsweise durch den Hintereingang hereinkommen, ohne dass er großartig von Fans bemerkt wird.“ Würden die bekannten Leute dann in ihren Beiträgen Topgolf erwähnen, nimmt das Unternehmen das gerne an – kein Wunder, wenn manche mehrere Millionen Follower haben. „Wenn sie aber nichts darüber posten, ist das auch völlig in Ordnung. Dann sind wir sehr diskret, was unsere Gäste angeht.“Überhaupt gibt es beispielsweise auf dem Instagram-Profil von Topgolf Ober-hausen beinahe täglich neue Posts mit Fotos sowie kurzen und hochwertig produzierten Videos. So erreicht man heutzutage viele Menschen.


Doch auch wenn sich Topgolf nicht über zu wenig Kundschaft beschweren kann, geht auch am Unternehmen nicht die aktuelle Energiekrise und Inflation spurlos vorbei. „Wir hören das von Gästen, dass der Druck auf das eigene Portemonnaie wächst. An den Zahlen merken wir das aber nicht. Das liegt vor allem daran, dass sich die Leute besonders ihre Freizeitbeschäftigung nicht nehmen lassen wollen und dafür auch bereit sind, Geld auszugeben“, sagt der Greenreb-Geschäftsführer.


Rund alle zwei Wochen ist der Schweizer in Oberhausen. Bei seinen regelmäßigen Besuchen hat er vor allem die Natur in der Umgebung schätzen gelernt. „Bevor ich hierhin kam, dachte ich, das Ruhrgebiet besteht nur aus Industrie. Dabei gibt es hier viele schöne Ecken“, gesteht Speiser, der mit einem Lob für seine Mitarbeiter abschließt: „Wir haben ein starkes Team – das war insbesondere zur Zeit der Rekrutierung sehr schwer zu finden. Wir bekommen aber tolles Gästefeedback, das stärkt uns in unserer Arbeit.“